Die Nothilfe-Lager im Kanton Zürich

Ein Überblick über die Nothilfe-Lager im Kanton Zürich.
 
Adliswil
Kemptthal
Glattbrugg / Rohr
Urdorf
Uster
Hinteregg
Besuchsgruppe Embrach
 

Adliswil

Adliswil besteht aus einer Ansammlung von Baracken und Containern. Die Türen der Zimmer gehen direkt in den Aussenbereich. Jeder Gang zur Toilette, zur Dusche oder in die Küche führt im Winter unweigerlich durch die Kälte. In der kalten Jahreszeit sind deshalb fast alle der Kinder sehr häufig krank. Die Zimmer sind klein. Oft sind sie mit vier oder mehr Personen belegt. Dazwischen Babys und Kleinkinder. Wenn ein Baby nachts schreit, wachen alle auf – auch die Schulkinder, die am nächsten Tag früh aufstehen müssen. Die Sanitäranlagen sind häufig von Wasser überschwemmt. Oft funktioniert etwas nicht. In der Nähe der Küche wurden wiederholt Ratten gesichtet. Die ganze Anlage, die eigentlich ein Provisorium ist, ist völlig überbelegt mit Leuten, die teilweise schon Jahre hier sind. Die Kinder haben vor allem im Winter keinen wirklichen Raum zum Spielen oder um sich auszuruhen und Hausaufgaben zu machen. Das Spielzimmer ist meistens geschlossen.  

 Kemptthal

In Kemptthal sind bis zu 100 alleinstehende Männer in dunklen Sechserzimmern mit Kajütenbetten auf zwei Ebenen untergebracht. Um sich einen letzten Rest an Privatsphäre zu bewahren, werden Tücher als Sichtschutz aufgehängt. Ein geräumiger, aber kühler Aufenthaltsraum und eine Küche mit vier alten Kochherden, aber ohne Kochuntensilien, dienen als Treffpunkt für die Untergebrachten. Im Nebenhaus, welches in sehr desolatem Zustand ist, sind Familien und Frauen in drei Einzelwohnungen untergebracht. Die Unterkunft ist abseits vom Dorf neben einem alten Industrieareal an der Hauptstrasse nach Winterthur, unter der Autobahnbrücke und vis à vis des Bahnhofs gelegen. In Lindau, der Gemeinde zu der Kempttahl gehört, gibt es weder eine Post noch einen Supermarkt. Bewohner*innen mit einer Eingrenzung können, um sich nicht strafbar zu machen, somit nur im kleinen Volg oder auf der Autobahnraststätte einkaufen. Um vom Nothilfelager weg zu kommen stehen ca. 10 Tageskarten des Zürcher Verkehrsverbunds zur Verfügung. Ein Teil davon ist bereits reserviert für diejenigen, die einen Termin haben, die restlichen können für 3 Franken im Büro bezogen werden. Die Chance eines dieser Tickets zu ergattern ist so klein, dass manche Bewohner*innen um 6 Uhr aufstehen und vor dem Büro warten, um dann um 8 Uhr vielleicht ein Ticket zu erhalten.
 

Glattbrugg / Rohr

Das Nothilfe-Lager in Glattbrugg steht in unmittelbarer Nähe einer der Startbahnen des Flughafens, neben dem Ausschaffungsgefängnis Und besteht aus 3 Baracken-Komplexen.
In einem Containerblock gibt es Massenschläge mit Kajütenbetten für 12 und 18 Personen. „Glückliche“ teilen sich in den beiden anderen Containerblöcken ein Zimmer von rund acht Quadratmetern mit ein bis zwei anderen Bewohnern. In jedem Block gibt es je drei Duschen und Toiletten sowie ein Kochherd. Der letzte Bus fährt jeweils um 20 Uhr und während dem Wochenende überhaupt nicht. Die nächstgelegenen Einkaufsmöglichkeiten befinden sich in Rümlang, diese Gemeinde gehört aber zum Bezirk Dielsdorf. Rohr wird der Gemeinde Kloten zugerechnet. Zwischen Rohr und Kloten liegt der Flughafen Zürich. Dies bedeutet für Menschen mit einer Eingrenzung, dass sie erst den weiten Weg um den Flughafen gehen müssen, da nähergelegene Einkaufsmöglichkeiten nicht in ihrem Gebiet liegen.

Urdorf

Das Nothilfelager Urford ist ein Bunker, ohne Tageslicht, unter der Zürcher Westumfahrung gelegen und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nur schlecht erreichbar.
 

Uster

Am 28. September 2017 hat das Sicherheitsdepartement bekannt gegeben, dass der Bunker in Uster geschlossen wird. Offiziell wurde dies mit den sinkenden Zahlen in der Nothilfe begründet. Klar ist jedoch, dass diese Entscheidung ohne den öffentlichen und rechtlichen Druck, den das Bündnis „Wo Unrecht zu Recht wird“ aufgebaut hatte, nicht zustande gekommen wäre. Die Schliessung des Bunkers ist ein deutliches Zeichen dafür, wie wichtig und wirksam es ist, zivilgesellschaftlichen Widerstand zu leisten und eine kritische Gegenöffentlichkeit zu schaffen.

Hinteregg

Besuchsgruppe Embrach

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Kochen und Kaffee gegen die Isolation
Hegnerhof
Dorfstrasse 63, Kloten
Verschoben: Sonntag, 26. Mai 2019
Velo für Alle
Velonom, Kochareal
Flüelastrasse 54, Zürich