Aktuell

Übersicht der Aktionen und Veranstaltungen

 
Samstag, 3. Juni, Zürich
Demo gegen die Entrechtung von Migrant*innen
14 Uhr Helvetiaplatz Zürich


Die Rechte von geflüchteten Menschen werden immer wieder angegriffen. Ob auf Bundes- Kantons- oder Gemeindeebene. In Asylzentren werden die Geflüchteten mit Anwesenheitskontrollen und Handyverboten schikaniert. Gelder für Deutschkurse werden gekürzt, die Teilhabe an der Gesellschaft wird erschwert.
Das Bündnis «Wo Unrecht zu Recht wird» ruft zu einer breiten, farbenfrohen, kreativen und kämpferischen Demo am 3. Juni auf! Solidarisch wollen wir ein lautstarkes Zeichen gegen den andauernden Prozess der Entrechtung von Migrant*innen setzen. Unabhängig von Herkunft oder Aufenthaltsstatus wollen wir als betroffene und sich solidarisierende Menschen gemeinsam gegen den Prozess der Entrechtung kämpfen.

Wir fordern das Recht auf soziale Unterstützung
Das Zürcher Parlament hat beschlossen, allen Geflüchteten mit F-Ausweis das Recht auf Sozialhilfe abzusprechen. Ohne das Geld der Sozialhilfe haben Geflüchtete weniger Möglichkeiten, am Gesellschaftsleben teilzunehmen und werden weiter isoliert. Wir fordern Zugang zu den gesellschaftlichen Ressourcen, denn vorläufig Aufgenommene sind ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft.

Wir fordern das Recht auf Bewegungsfreiheit
Die Entrechtungspolitik trifft abgewiesene Asylsuchende am stärksten. Im Kanton Zürich entzog ihnen Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP) das Recht auf Bewegungsfreiheit. Seit Frühling 2016 werden überall im Kanton Eingrenzungen verfügt: Die Betroffenen dürfen das Gebiet ihrer Gemeinde oder ihres Bezirkes nicht mehr verlassen. Die 8.50 CHF Taggeld erhält seit März dieses Jahres nur noch, wer in der Notunterkunft (NUK) übernachtet und zwei Mal am Tag mit einer Unterschrift belegt, anwesend zu sein. Wir fordern, dass die unmenschliche Entrechtungspolitik des Kantons rückgängig gemacht wird.

Wir fordern einen ernstzunehmenden Umgang mit sexualisierter Gewalt
70% der Frauen*, die einen Antrag auf Asyl stellen, geben an, Gewalterfahrungen erlebt zu haben. Geschlechtsspezifische Gewalterfahrungen werden im Asylentscheid zu wenig berücksichtigt. Auf der Flucht sind Frauen* sexueller Gewalt, Belästigung und Ausbeutung ausgesetzt und häufig auch traumatisiert.  Wir fordern, dass traumatisierte Frauen* nicht in Länder abgeschoben werden, in welchen keine psychologische Behandlung gewährleistet ist. Ausserdem müssen die Unterkünfte geschlechtersensibler gestaltet und die Betreuer*innen besser geschult werden.

Wir fordern das Recht auf einen legalen Aufenthaltsstatus
Gemäss Schätzungen leben ungefähr 28 000 Sans-Papiers im Kanton Zürich. Wer keine Aufenthaltsbewilligung hat, muss am Rande der Gesellschaft leben. Wegen der Angst, verhaftet und ausgeschafft zu werden, können sich Illegalisierte schlecht gegen Gewalt wehren und von Vermieter*innen und Arbeitgeber*innen leicht ausgebeutet werden. Wir fordern gleiche Rechte für alle und die sofortige Regularisierung aller Sans-Papiers.
 
Unterstützende Organisationen: Aktivistin, Alternative Liste, augenauf Zürich, Autonome Schule Zürich, Bewegung für den Sozialismus Zürich, Bleiberecht-Kollektiv Zürich, Café Zähringer, Democratic Youth Union of Iranian Kurdistan Schweiz, Demokratische Juristinnen und Juristen Zürich, Demokratische Partei Kurdistan Iran-Schweiz (Pdki Swiss), Eritrean Youth Movement for Change in Switzerland, Eritreischer Medienbund, Ethiopian Human Right and Democracy Task Force in Switzerland, Freiplatzaktion Zürich, HDK (Kongress der demokratischen Völker), Jesuiten-Flüchtlingsdienst Schweiz, Juso Zürich, KriPo (Kritische Politik) Zürich, kritnet Schweiz, Kritische Jurist*innen Uni Zürich, Maxim Theater, Oromo Community in Switzerland, Salon Bastarde, Somalischer Kulturverein Zürich, Somali Swiss Diaspora, solidarité sans frontières, Solinetz Zürich, SPAZ (Sans Papiers Anlaufstelle Zürich), Terre des Femmes Schweiz, Tibetische Sans-Papiers-Gemeinschaft Schweiz, Union of Oromo Students, Verband der Sudanesinnen und Sudanesen Zürich, WeGe27, Welcome to Europe!, Watch The Med Alarmphone
 
 
Sonntag, 14. Mai 2017
EINGEGRENZT IN USTER
Aktionstag zur Situation in den Zürcher Notunterkünften
13–17 Uhr Stadtpark Uster, ab 18 Uhr Salon Bastarde (Abendessen & Programm)
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In Uster befindet sich eine der fünf Notunterkünfte (NUK) im Kanton Zürich. Es handelt sich um einen unterirdischen Zivilschutzbunker am Waldrand, direkt neben der Autobahn und unter einem Schiessstand. Untergebracht sind hier ca. 60 Männer. Viele von ihnen haben eine Eingrenzung auf das Gemeindegebiet Uster.
Am Sonntag, den 14. Mai veranstaltet das Bündnis "Wo Unrecht zu Recht wird...“ gemeinsam mit Bewohnern der NUK Uster einen Aktionstag im Zentrum der Stadt. Ziel ist es die Bevölkerung von Uster über die Situation in den Notunterkünften zu informieren und ein gemeinsames öffentlich sichtbares Zeichen gegen Zwangsmassnahmen und Entrechtung und für mehr Solidarität und Widerstand zu setzen.
 
Von 13–17 Uhr sind wir mit einem Infocafé im Stadtpark in der Mitte der Stadt. Hier kann man sich informieren, austauschen, Kontakte knüpfen. Dazu gibt es verschiedene Aktionen, Workshops und Gesprächsrunden:
 
ab 13 Uhr    Experi Theater Performance
13.30 Uhr    Roma Jam Session art Kollektiv Detox Dance
ab 14 Uhr    Ausweis-Kiosk Workshop / Fussball
14:30 Uhr    Notunterkünfte im Kanton Zürich Input & Gespräch
16 Uhr         Was können wir tun? Austausch & Vernetzung
 
Ab 18 Uhr lädt der Salon Bastarde zum Abendprogramm ins Café des Jugendzentrums frjz (Zürichstrasse 30). Beim gemeinsamen Abendessen begeben wir uns in ein Potpourri aus Tischreden, kleinen Vorträgen und künstlerischen Darbietungen rund um das Thema der Grenze.
Aktuelle Infos auf www.salonbastarde.ch
 
Alle sind herzlich eingeladen am 14. Mai nach Uster zu kommen und sich am Aktionstag zu beteiligen!