Wenn sich ein Rechtsstaat in einen Unrechtsstaat verwandelt, wird auch in der Schweiz ziviler Ungehorsam und praktischer Widerstand zur Pflicht.

Der Kanton Zürich behandelt Menschen mit abgelehntem Asylgesuch seit jeher besonders hart. Seit 2016 geht es für diese Menschen noch einen Zacken brutaler zu: Der Kanton betreibt eine rigorose «Eingrenzung»-Politik. Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus, die in den abgelegenen, bunkerartigen Nothilfeunterkünften leben müssen, dürfen den Standortbezirk nicht mehr verlassen. Unter Androhung von Gefängnis. Ihnen wird so ein zentrales Menschenrecht – die Bewegungsfreiheit – verweigert. Die sozialen und psychischen Folgen für die «Eingegrenzten» sind verheerend.

Am 18. März 2017 trafen sich in Zürich über 500 Menschen zu einer Konferenz gegen die Bunker- und Eingrenzungspolitik. Zusammen wurde über verschiedene Formen und Möglichkeiten des Widerstandes diskutiert und debatiert. In Workshops wurden Ideen entwickelt, wie die unsichtbaren Grenzen überwunden werden können – sei es mit Bunkerbesuchen, Refugee-Taxi, Gegeninformation…